Was kostet ein Onlineshop in der Schweiz? Budgetmodell 2026
Ein realistisches Kostenmodell für Schweizer Onlineshops: Konzept, Entwicklung, ERP, Payment, Betrieb und drei klar abgegrenzte Projektszenarien.
Von Ralph Heezen
Ein Onlineshop kostet nicht «eine Summe», sondern besteht aus mehreren Kostenblöcken. Ein fokussierter Shop mit Standard-Checkout ist ein anderes Projekt als ein Kundenportal mit individuellen Preisen, Live-Bestand und ERP-Workflows. Wer diese Unterschiede vor der Offerte nicht trennt, vergleicht Tagessätze statt Lösungen.
Für die schnelle Einordnung: Der dokumentierte EverDigital-Projektkorridor für Websites und Webshops liegt bei CHF 5'000 bis CHF 15'000+ exklusive MwSt. Er gilt als Einstieg für klar abgegrenzte Commerce-Projekte. Individuelle ERP-Integrationen, Konfiguratoren und mehrmandantenfähige B2B-Portale werden nach Discovery separat kalkuliert.
Die kurze Antwort: drei Budget-Szenarien#
| Szenario | Planungsrahmen | Annahmen |
|---|---|---|
| Fokussierter B2C- oder D2C-Shop | CHF 5'000–15'000+ | Klarer Katalog, etablierter Checkout, eine Sprache, überschaubare Migration, keine komplexe ERP-Logik |
| Shop mit individueller ERP- oder Tool-Brücke | Shopbudget plus CHF 12'000–40'000 für die Integration | Eigenes Datenmapping, Lese- und Schreibprozesse, Fehlerbehandlung und Monitoring für eine Custom-Integration |
| B2B-Kundenportal | ab ca. CHF 25'000; Self-Service ab ca. CHF 45'000; komplexes Multi-Tenant-Portal CHF 80'000–150'000 | Authentifizierung, kundenspezifische Daten, Dokumente, Freigaben und je nach Stufe mehrere Mandanten oder Workflows |
Diese Werte sind Planungsrahmen, keine Marktstatistik und keine Pauschalofferte. Sie stammen aus den aktuellen EverDigital-Leistungs- und Scopingmodellen. Designumfang, Datenqualität, Zahl der Integrationen, Migration, Sprachen und Abnahmekriterien verschieben den effektiven Preis. Eine belastbare Zahl entsteht erst, wenn diese Annahmen dokumentiert sind.
Woraus setzen sich Onlineshop-Kosten zusammen?#
1. Discovery, Konzept und Architektur#
Vor der Entwicklung müssen Geschäftsmodell und Systemgrenzen klar sein: Wer kauft, wie gross ist das Sortiment, welches System führt Produkte und Preise, welche Länder und Sprachen sind geplant und was passiert nach dem Checkout? Das Ergebnis ist kein loses Workshop-Protokoll, sondern ein Entscheidungsdokument für Plattform, Datenflüsse, Seitentypen und Lieferumfang.
Bei einer Migration kommt ein URL- und Dateninventar hinzu. Es hält fest, welche Produkt-, Kategorie- und Ratgeberseiten organische Sichtbarkeit besitzen und deshalb nicht stillschweigend verschwinden dürfen.
2. UX, Design und Frontend#
Hier entstehen Navigation, Suche, Produktdetail, Warenkorb, Checkout und Kundenkonto. Die Kosten hängen weniger von der Anzahl «Screens» ab als von Varianten und Regeln. Ein Produkt mit drei einfachen Optionen ist nicht mit einem technischen Konfigurator vergleichbar, der Preise, Machbarkeit und Produktionsdaten berechnet.
Headless Commerce kann Performance und Gestaltungsfreiheit bringen, ist aber kein Selbstzweck. Ein etabliertes Shopsystem ist wirtschaftlicher, wenn Standardprozesse genügen. Die Webshop-Agentur für die Schweiz wählt deshalb zuerst die passende Architektur und erst danach das Framework oder Shopsystem.
3. Shop-Backend, Produktdaten und Content#
Produkte brauchen mehr als Name und Preis. Varianten, Bilder, Attribute, Verfügbarkeit, Versandklasse, Steuer, Übersetzungen und SEO-Texte müssen eine eindeutige Quelle haben. Unbereinigte Tabellen oder widersprüchliche ERP-Felder verteuern die Entwicklung, weil Datenbereinigung und Mapping dann Teil des Projekts werden.
Eine realistische Offerte hält deshalb fest:
- wer Produktdaten und Medien liefert;
- wie viele Produkt- und Kategorietypen migriert werden;
- welche Sprachen und Währungen live gehen;
- welche Redirects und Metadaten erhalten bleiben müssen;
- wer Inhalte für die Abnahmetests freigibt.
4. Payment, Checkout und Transaktionslogik#
Schweizer Shops prüfen typischerweise TWINT, Karten, PostFinance sowie Rechnung oder QR-Rechnung. Neben der technischen Integration entstehen laufende Transaktions- und gegebenenfalls Monatsgebühren beim Zahlungsanbieter. Refunds, Teilstornos, Währungen, Betrugsprüfung und Auszahlungsabgleich gehören zur Auswahl, nicht erst zum Testtag vor dem Launch.
Die tatsächlichen Providergebühren gehören direkt in den Business Case. Sie ändern sich mit Vertrag, Branche, Land und Volumen; deshalb nennen wir hier keine allgemeine Prozentzahl.
5. ERP, CRM, PIM und Fulfilment#
Eine Integration wird teuer, wenn «Shop mit ERP verbinden» nicht genauer beschrieben ist. Für jeden Datenbereich braucht es eine Richtung und eine führende Quelle:
| Datenbereich | Typische Leitfrage |
|---|---|
| Artikel und Varianten | Entstehen sie im ERP, PIM oder Shop? |
| Preise und Rabatte | Sind sie allgemein oder pro Kunde beziehungsweise Kundengruppe? |
| Bestand | Reicht ein periodischer Abgleich oder muss er nahezu live sein? |
| Kunden | Welches System vergibt die stabile Kunden-ID? |
| Bestellungen | Entsteht im ERP ein Entwurf oder sofort ein freigegebener Auftrag? |
| Storno und Refund | Wie gelangen Status und Betrag zurück in Shop und Analytics? |
Eine Custom-Integration enthält nicht nur Endpunkte, sondern auch Mapping, Authentifizierung, Wiederholungslogik, Deduplizierung, Monitoring und einen Wiederherstellungsprozess. Für Bexio verwendet der Produktionspfad bevorzugt OAuth 2.0; Schreibprozesse können zunächst als Entwurf mit menschlicher Freigabe starten.
Braucht dein Projekt kundenspezifische Preise, Sortimente, Bestellmengen oder ein Self-Service-Portal? Dann passt die spezialisierte Seite zum B2B-Webshop mit ERP-Anbindung besser als eine allgemeine Webshop-Offerte.
6. SEO, Analytics und Migration#
Technische SEO ist kein Add-on nach dem Design. Indexierbare Seitentypen, interne Links, Canonicals, strukturierte Daten, Sitemap und Ladeverhalten hängen direkt von der Architektur ab. Bei einer Migration kommen 301-Redirects und ein kontrollierter Vergleich von alten und neuen URLs hinzu.
Analytics braucht ebenfalls klare Ereignisse: Produkt ansehen, in den Warenkorb legen, Checkout starten, Kauf und Refund. Ob und wie diese Ereignisse Werbeplattformen erreichen, hängt von Consent und vorhandenen Identifikatoren ab. Kein seriöses Projekt garantiert deshalb, dass jeder Kauf einem Kanal zugeordnet werden kann.
Einmalige und laufende Kosten getrennt rechnen#
Die Entwicklung ist nur der erste Block. Für einen vollständigen Dreijahresvergleich gehören auch diese laufenden Posten in die Kalkulation:
| Kostenposten | Einmalig oder laufend? | Wovon abhängig? |
|---|---|---|
| Discovery, UX, Design und Build | einmalig | Umfang, Varianten, Freigaben |
| Migration und Datenbereinigung | einmalig | Datenqualität, URL-Anzahl, Sprachen |
| ERP- oder API-Integration | einmalig plus Betrieb | Systeme, Mapping, Volumen, Fehlerpfade |
| Hosting und Datenbank | laufend | Traffic, Bilder, Rechenlast, Verfügbarkeit |
| Shop-, CMS- und App-Lizenzen | laufend | Plattform, Nutzer, Umsatz- oder Funktionsstufe |
| Paymentgebühren | laufend pro Transaktion | Provider, Zahlungsmittel, Vertrag, Land |
| Monitoring, Updates und Support | laufend | SLA, Zahl der Integrationen, Änderungsfrequenz |
| Content, SEO und Conversion-Optimierung | laufend oder in Sprints | Sortiment, Konkurrenz, Testtempo |
Für den Betrieb einzelner Connectoren verwenden die internen Planungsmodelle je nach Anzahl, SLA und Änderungsumfang einen Rahmen von CHF 290 bis CHF 1'500 pro Monat. Das ist kein obligatorischer Shop-Aufpreis: Ein Projekt ohne individuelle Connectoren hat ein anderes Betriebsmodell. Hosting-, Lizenz- und Paymentkosten werden separat und mit dem konkreten Anbieter ausgewiesen.
Beispielrechnung ohne Scheingenauigkeit#
Angenommen, ein Schweizer D2C-Unternehmen startet mit einer Sprache, einem überschaubaren Sortiment und einem etablierten Payment-Checkout. Artikel werden anfangs im Shop gepflegt; eine individuelle ERP-Synchronisation ist nicht Teil des ersten Releases.
Dann ist der allgemeine Projektkorridor von CHF 5'000 bis CHF 15'000+ ein sinnvoller erster Anker. Kommt später eine Custom-ERP-Brücke hinzu, wird diese als eigener Datenfluss mit separatem Scoping betrachtet. So bleibt sichtbar, ob das Budget in Customer Experience, Datenintegration oder Betrieb fliesst.
Für ein B2B-Portal mit Login, kundenspezifischen Preisen, Dokumenten und Freigaben ist derselbe Anker ungeeignet. Dort beginnt die Planung eher beim Portal-Szenario ab etwa CHF 25'000 und steigt mit Self-Service, Multi-Tenancy und komplexen Workflows. Der Unterschied ist nicht «teureres Design», sondern zusätzliche Geschäftslogik, Rechte, Datenquellen und Tests.
Welche Angaben braucht eine belastbare Fixofferte?#
Eine Webshop-Offerte wird vergleichbar, wenn mindestens diese Punkte explizit sind:
- Zielgruppen, Länder, Sprachen und Umsatzmodell.
- Zahl der Produkt-, Kategorie- und Contenttypen.
- Plattform und begründete Architekturentscheidung.
- Führendes System pro Artikel, Preis, Bestand, Kunde und Bestellung.
- Checkout, Payments, Versand, Steuer und Refund-Prozess.
- Migration, Redirects und SEO-Abnahmekriterien.
- Analytics-Ereignisse, Consent und Datenverantwortung.
- Browser-, Geräte- und Integrationstests vor dem Go-live.
- Hosting, Lizenzen, Monitoring, SLA und laufende Zuständigkeiten.
- Annahmen, Ausschlüsse und Verfahren bei Scope-Änderungen.
Fehlen diese Angaben, ist ein niedriger Gesamtpreis selten mit einer Offerte vergleichbar, die Integrationen, Migration und Betrieb einrechnet.
Wann ist ein kleinerer Start sinnvoll?#
Nicht jedes Vorhaben braucht sofort die endgültige Plattform. Ein fokussierter Release ist sinnvoll, wenn eine klare Produktgruppe, ein Land und ein Standard-Checkout den Geschäftsfall bereits testen. Wichtig ist, dass die Architektur den nächsten Schritt nicht absichtlich blockiert und dass spätere ERP- oder B2B-Anforderungen schon als Schnittstellengrenze dokumentiert sind.
Ein kleiner Start ist nicht sinnvoll, wenn zentrale Preise, Bestände oder Freigaben von Anfang an aus dem ERP kommen müssen. Diese Logik später «anzubauen» kann teurer sein als sie direkt sauber zu planen.
Fazit#
Die richtige Budgetfrage lautet nicht «Was kostet ein Onlineshop?», sondern: Welche Commerce-, Daten- und Betriebsverantwortung soll dieser Shop übernehmen? Ein klar abgegrenzter B2C- oder D2C-Shop kann im aktuellen EverDigital-Korridor von CHF 5'000 bis CHF 15'000+ starten. Individuelle Integrationen und B2B-Portale brauchen ein eigenes Scoping, weil dort nicht die Seitenzahl, sondern Datenlogik, Rechte und Betrieb den Aufwand bestimmen.
Für den breiten Einstieg findest du die Leistung unter Webshop-Agentur Schweiz. Für kundenspezifische Preise, Portale und Live-ERP-Daten geht es direkt zum B2B-Webshop mit ERP-Anbindung.
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